Komárom
liegt in der nord-westlichen Ecke des Komitats am rechten Ufer der Donau. Die
Stadt kann einfach erreicht werden, die Autobahn M1 findet man 7 km von hier
entfernt. Der natürliche Schatz der Umgebung ist das Heilwasser und der Bad-
und Heilkomplex, der die Urlauber im ganzen Jahr erwartet.
Die Schenswürdigkeit der Stadt ist das in Europa einzige Festungs system, das
mit dem Fremdenführer zu besichtigen ist.
Heilbade
In Komárom wurde ein Brunnen im Jahre 1965 gebohrt dessen
Wasser (62 Grad Celsius) schon 1967 für Heilwasser erklärt und zum Strand (mit
Kaltwasser) geleitet wurde. Das so entstandene Thermalbad hatte mehrere Besitzer
im Laufe der Jahre, bis im Jahre 1990 KOMTHERMÁL GmbH zur Initiative der Stadt
Komárom gegründet wurde. 2001 hat die Hauptdirektion für Kurorte und Thermalbadwesen
genehmigt die Benennung „Heilbad" verwenden zu dürfen.Das Thermalbad und
später das Heilbad von Komárom wurde in den vergangenen Jahren stets entwickelt.Sanitärräume
wurden renoviert, die Abteilung für Heiltherapie wurde mit Balneologie erweitert,
eine neue Schwimmhalle sowie Erholungs- und Umkleide- räume wurden errichtet.
Das Heilwasser kann bei folgenden Erkrankungen effizient angewandt werden:
degenerative Wirbel- und Gelenkerkrankungen
(Verkalkung, Arthrosis, Hexenschuß, Sehnenscheidenentzündung, chronische Muskelbeschwerden,
Tennisellenbogen)
Rehabilitation von traumatischen orthopädischen und neurochirurgischen Fällen
(postoperative Phase beim Bandscheibenvorfall, posttraumatische Veränderungen
in den Bewegungsorganen, arterielle Thrombose)
chronische gynäkologische Entzündungskrankheiten
(bestimmte Formen der Unfruchtbarkeit, Klimakterium)
Das Zusammentreffen der Donau und Waag macht die Burg schwer
zugängig. In Komarom kreuzen sich wichtige Wege. Die Burg wurde angelegt, um
diese Wege zu kontrollieren und den Weg nach Wien zu schützen.
Die Burg Komarom wurde erstmals im Jahre 1218 als Erdburg
erwähnt. Die erste Belagerung war im Jahre 1242 während des Tatarenzuges. Im
Jahre 1245 wird die Burg aus Stein erneuert. Komarom war das Zentrum des Verkehrs
auf dem Wasser und dem Transport mit Booten. Sie diente unter anderem dazu,
den anderen Burgen bei der Verteidigung gegen türkische Angriffe zu helfen.
Im Jahre 1529 haben die Türken die Burg jedoch eingenommen,
da die Verteidiger geflüchtet waren und behielten diese Herrschaft über 3 Jahre.
Nach der Belagerung durch die Türken haben in den Jahren 1763 und 1783 Erdbeben
die Burg zerstört.
Das heutige Festungssystem wurde auf Grund der Napoleonischen
Kriege auf Befehl von Kaiser Franz I. von 1809 bis 1847 ausgebaut. Dabei wurde
die alte Burg erneuert, die Palatinlinie und der Waag Brückenkopf ausgebaut.
Nach dem Freiheitskampf wird das südliche Festungssystem erweitert. Dabei handelt
es sich um die Sternfestung 1850-70, die Sandberg Festung 1850-71 und die Igmand
Festung 1871-77. Der Sandberg in Monostor war früher ein Weinberg. Mit dem Abtragen
der Mitte des Berges wurden 10.000 m3 Erde bewegt und von 3.000 Steinmetzen
die Festung ausgebaut. Anschließend wurde die Erde auf die entstandenen Dächer
zurücktransportiert. Vor den Wänden wurden Schutzschanzen aus Erde aufgebracht,
die vor dem Kanonenfeuer des Feindes schützen sollten. Süd-Komarom war eine
Militärstadt mit 3 Festungen,
1. der Friedrichskaserne, hier waren die Radetzky-Husaren, das Gestüt, die Heldenkolonie,
die Stromwache und die Marketenderinnen untergebracht. Der wichtigste Teil der
Festung ist.
2. die Artilleriebastei, sie hatte die Aufgabe, feindliche Schiffe mit Nachschub
für Wien zu versenken. Auch sollte sie die nördliche Palatinlinie bei einem
westlichen Angriff decken. Hier waren die Artillerieschlafräume, die Stellungen
der Kanonen sowie das Munitionsdepot, welches mit kleinen Schienentransportwagen
bedient wurden, deponiert. Auf dem Hof befanden sich der Appellplatz, die Kommandantur
und der Befehlsstandort. Die dazugehörigen Kasematten sind ein 2 km langer Korridor
unterhalb der feindlichen Linien. Sie hatten die Aufgabe die Truppen zwischen
den Basteien umgruppieren zu können. Hier wurden auch Lebensmittel und Munition
gelagert. Es konnten in diesen Räumen auch wichtige Personen versteckt werden.
Der Feind mußte diese Schanzen erstürmen, während er im Kreuzfeuer durch die
Kanonen der Festung beschoßen wurde. Anschließend fielen die Angreifer in ein
15 m tiefes Grabensystem, wo sie wiederum beschossen werden konnten. An diesem
Ort gab es aber niemals einen Angriff oder eine Schlacht. Das
Festungssystem konnte 200.000 Soldaten beherbergen, die Festung Sandberg selbst
12.000. Es waren aber nie so viele Soldaten einquartiert, da die Festung zu
schnell veraltete. Das Festungssystem Komarom wurde wegen der Verteidigung der
Stadt Wien gegen einen eventuellen östlichen (russischen) Angriff erbaut. Ihre
strategische Bedeutung verlor sie bereits vor dem I. Weltkrieg. Sie funktionierte
lediglich als Ausbildungszentrum weiter. Die deutschen Krupp-Kanonen hätten
schon im Jahre 1870 das Dach durchschießen können. Der I. Weltkrieg berührte
Komarom nicht. Auch hier diente die Festung nur zur Ausbildung.
Nach dem I. Weltkrieg durften lt. Versailler Vertrag nur 35.000 Soldaten in
der ungarischen Armee sein. Eine Schwerbewaffnung und die Luftwaffe wurden verboten.
Die Grundfläche Ungarns wird von 282.000 km2 zu 93.000 km2 verringert. In den
30 er Jahren hatten die ungarischen Soldaten nur Holzgewehre, da auch die Waffenherstellung
beschränkt wurde. Auf dem Hof wurden Tennisplätze, ein Fußballplatz, eine Kegelbahn
u. a. sowie in der Mitte eine Platanenallee, angelegt.
Am Ende des II. Weltkrieges wird die Festung von russischen Truppen in Anspruch
genommen und funktionierte als Munitionslager weiter. In der Zeit von 1947 bis
1990 gab es hier ca. 4.000 Waggons Munition und Raketen auf einer Grundfläche
von 30.000 m2 mit 640 kleineren und größeren Räumen. Die Stallungen fassten
rund 200 Pferde (Artilleriepferde, Kanonenschlepppferde, u. ä.). In den Mannschaftskorridoren
schliefen in einem Raum 30 Soldaten. Der Fußbodenbelag war aus Eichenholz. Die
Soldaten schliefen auf einfachen Pritschen. Lediglich im Offiziersquartier wohnte
ein Offizier und sein Adjutant in einem Raum.